Zusätzlich versammelten sich auch unsere unsichtbaren Schutzengel.
Die Tour geht weiter Richtung Osten TIEF nach China hinein. Die Siedlungen werden immer seltener und kleiner. Mitten in der Wüste kommt ein Schotterweg von rechts und wir wittern sandigen Fahrspaß. Nach einigen Kilometern erstrecken sich wunderschöne Sandfelder, wo auch schon ein Evoque ( natürlich mit Absicht) feststeckt.
Wir dürfen den Evoque freischaufeln und gleich darauf steckt er wieder fest. Der Sand ist sehr weich und mit vereinter Kraft schieben wir den Evoque wieder auf sicheres Terrain. Kurz darauf steckt der nächste Evoque fest, den wir mit dem Discovery freiziehen wollen. Aber auch hier können wir im dritten Anlauf mit vereinten Kräften den Evoque freischieben.
Dann geht es wieder zurück auf die Asphaltstrecke und weiter nach Osten.
Wir fahren im Wüstengebiet sehr brav weiter und machen spontan eine Pinkelpause. Es hält ein ex-Militärmotorrad mit geschlossenem Seitenwagen neben uns. Die Jungs sind dick bekleidet ... wir haben ja nur 36 Grad! Auf dem Windschild klebt das DAKAR Logo! Der Junge weiß was gut ist ;)
Sie unterhalten sich mit uns und machen natürlich Fotos von uns und wir von ihnen. Dann fahren Sie winkend weiter. Wir fahren auch weiter und etwas später kommt uns ein Pritschenwagen entgegen, der Schafe in einem offenen Käfig transportiert. Ein Schaf hat erfolglos mit einem Sprung über den Käfigrand versucht dem Schlachterschicksal zu entkommen. Es ist mit beiden Läufen am Rand hängen geblieben und hing jetzt während der Fahrt leblos kopfüber außen am Käfig.
Bei einem kurzen Shoppingstopp an einer Tankstelle kommt ein weiterer Pritschenwagen vorbei, der einen Esel (stehend) wie ein Paket auf der Pritsche vertäut hat. Beim Vorbeifahren fängt der Esel an zu koten, was das Gesamtbild sehr lustig abrundete. Von beiden tierischen Vorfällen haben wir leider keine Fotos machen können, da sie total unerwartet auftraten.
Auf dem Weg zum Pass (ca. 3.200m) müssen wir einige gewagte Überholmanöver ausführen. Und bei ca. 3.000m sehen wir einen abgestürzten LKW, wo noch eine Person drinnen herumklettert.
Unser Doc dreht mit ein paar Helfern um. Zum Glück ist der Fahrer soweit in Ordnung und er hat schon selber Hilfe angefordert. Der Rest hält an einem (nennen wir es einfach) Rastplatz mit dem schönsten Ausblick aller Zeiten - direkt auf eine fantastische Hochebene. Kurz wieder pinkeln ... der geringe Luftdruck treibt einem das Wasser aus dem Körper ...
Nach der Passhöhe tanken wir auf der höchsten Tankstelle (zumindest für mich) auf über 3.000m.
Der Ausblick auf die Zementfelder ist gespenstisch ... es sieht aus wie bei Mad Max (falls ihr den Film nicht kennt ... sehenswert).
Die bisher recht gute Straße findet ein jähes Ende und wir quälen uns mit den völlig überladenen LKWs über die holprige Schotterstrecke. Mittlerweile versinkt die Sonne hinter einem 6.000er und die Szenerie wird gespenstisch und gefährlich. Viele LKWs, Autos und Motorräder haben kein Licht und bei der starken Staubentwicklung ist die Sicht eh saumäßig. Dabei entstehen einige brenzliche Situationen. Unsern NRJ Radio Mann (siehe Foto oben mit mir) verliert nach einem Fast-Crash den Anschluss und verirrt sich kurz vor dem Ziel in Huatugouzhen. Mit tatkräftiger Hilfe vom Marvin findet aber auch dieses verlorene Schaf seinen
Weg zum Hotel. Das Hotel passt zum Ort ... abseits der Zivilisation entstehen seltsame Urwüchse.
Das Zimmer schaut recht ordentlich aus, aber das Bad ist unterirdisch ... wie ein Keramik-Dixi-Klo ...
mit Dusche, aber ohne Duschwanne ... das kann morgen früh was werden.
Das Essen war klasse und zur allgemeinen Freunde gab es endlich wieder alle Fleischsorten.
Wir sind aus dem muslimisch geprägten Gebiet heraus und damit werden auch die Gesichter deutlich chinesischer.
Unser Guide ist lieber ausser Haus, da er aus Kashgar kommt (muslimisch).
Einen Knaller hat Harald noch auf Lager. Er öffnet ein gefrorenes Bier und nachdem zuerst nur
Schaum herauskam, kippt er die Flasche und mit einem dumpfen Plopp fliegen einige
Schaumbrocken aus der Flasche heraus und landen an der Wand, wo sie dann kleben bleiben.
Das Ganze flog so dicht an meinen Armen vorbei, dass ich den kalten Hauch spüren konnte.
Essen war klasse und wir sind direkt ins Bett.
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