Sonntag, 22. September 2013

Tag 6 - Yurtencamp - Chinesische Grenze - Kashgar

Um 4:45 startet die Karawane in die dunkle Nacht. Es ist schon heftig, dass wir einen Tag bei besten Sommerwetter und gleich den Tag drauf in alpiner Höhe und Minusgraden verbringen dürfen.
Auf dem Weg zur Grenze gibt es auf 3.250m eine Polizeikontrolle um 5:30 ... die haben echt nichts anderes zu tun um diese Tageszeit. Mirlan eilt nach vorne, um die Situation zu beschleunigen. Die Polizei hat einfach die Straße mit einer Schranke über die Nacht komplett gesperrt. Nach kuscheligen 45min Warten bei -4 Grad werden wir abgefertigt und wir dürfen weiter Richtung China reisen.
Alles was vorher "hoch" war wird jetzt von einer Hochebene mit über 3.550m getoppt. Sonnenaufgang auf der Hochebene um 6:50. Es ist immer noch kalt ... -5 Grad.


Traumhft schöne Seen ruhen auf der Hochebene und spiegeln die Bergmassive wieder. Leider fällt das Fotografieren aufgrund der extrem schlechten Schotter/Schlaglochstrecke sehr schwer und die meisten Bilder werden gleich wieder gelöscht :(



So, nun ist schluss mit lustig. Wir sind an einer kilometerlangen LKW Schlange vor der kirgisischen Grenze vorbeigefahren und stehen als erste PKWs direkt vor der Zollstation.
Aber das frühe Aufstehen hat sich aber nicht wirklich rentiert, da die Grenze erst um 9:00 aufmacht. Die Grenzer sind somit "not amused" als sie von uns um 7:00 Uhr geweckt werden ... kein guter Start für die bevorstehende Grenzkokntrolle.

Warten bei -5 Grad ... rumlaufen & fotografieren verboten ... keine Toiletten ... Mist.
Die Zollbeamten sind kooperativ und wir sind um ca. 7:45 mit den Formalitäten durch. Jetzt noch schnell durch die chinesische Grenze und ... denkste ... an der chinesischen Grenze erwartet und ein verschlossenes Gatter. 10min später bemerken wir das erste Lebenszeichen auf der chinesischen Seite. Auch hier hat man verständlicherweise nicht mit so früher Kundschaft gerechnet. Pässe einsammeln, abgeben und eine kleine Ewigkeit warten. Dann werden wir ohne weitere Prüfungen durchgewunken. Nach ca. 30 min Fahrt kommen wir an der zweiten chinesischen Grenzkontrolle an. Auch hier ist noch Siesta, aber zumindest ist schon der Morgenappell im Gange. ca. 30min später wurden die ausreisenden LKWs durchgelassen, die die Nacht im Niemandsland verbringen durften. Danach noch kleine Vorbereitunngsmaßnahmen und wir werden nach ca. 1 Stunde zur Fahrzeugkontrolle in Dreiergruppen vorgeladen. Es wurden die persönlichen Gepäckstücke gefordert und diese wurden durchsucht. Alles aufmachen und der Zöllner wühlt darin herum. Ein Garmin GPS haben sie noch nie gesehen und fragen ob es ein Fotoapparat ist :)

Die Kontrolle dauert pro Gruppe keine 10min und alle sind ohne große Probleme durchgekommen.
Bis zur dritten Zollstation dauert die Fahrt fast 2h und vor Ort ist natürlich Pause. Weitere zwei Stunden warten und hoffen, dass wir vor Grenzschluss aus dem Niemandsland herauskommen. Pünktlich, naja fast, laufen die Zollbeamten in Formation auf den Zollhof und sie verteilen sich auf die Büros. Wer gedacht hat, dass wir jetzt rein dürfen ... falsch ... wir müssen zurücksetzen, unser erstes Fahrzeug etwas über der Grenze stand. Danach öffnet sich plötzlich ein Tor im Wachhaus und eine Schranke mit Gitterzaun fährt aus der Wache heraus. Mist, die machen die Grenze zu, war unser erster Gedanke. Aber die Achranke entpuppt sich als Desinfektionsanlage! Wir werden hereingebeten und unsere Autos werden oberflächig eingesprüht. Danach geht es fast direkt zur Zollstation, doch ein Juniorzöllner steht im Weg und lässt uns nicht weiterfahren. Dadurch staut es sich bis in die Desinfektionsanlage. Der Juniorzöllner rennt zur Anlage, bekommt einen deftigen Einlauf und plötzlich dürfen wir weiterfahren :)
Die letzte Station ist die Personen und erneute Gepäckkontrolle (scannen). Wir bekommen Reisepapiere, einen chinesischen Führerschein und ein chinesisches Kennzeichen pro Auto.
Nach knapp 12h sind wir endlich in China und wir besetzen die erste zuTankstelle zum Tanken und Austreten. Zwischen Start 04:30 und Ankunft auf der Tankstelle gab es keine WCs oder ähnliches ... die Mädels haben tapfer durchgehalten!

Jetzt noch ca. 60km bis nach Kashgar. Wir erreichen die Stadt und es ist wieder Chaos im Verkehr. Wir kämpfen uns durch bis zum Hotel und es gibt endlich was richtiges zu Essen!!! Ende Tag 1 in China!




Montag, 16. September 2013

Tag 5 - Bishkek Richtung China mit Yurtencamp

Da wir (Teilnehmer) mit der Abfahrt aus Bishkek unseren Internetzugang verlieren und es in China aufgrund der Internetzensur sehr schwierig/fast unmöglich sein wird, diesen Blog zu pflegen, werde ich meine Blog offline schreiben und bei der nächsten Möglichkeit freizugeben.

Bitte schaut euch zwischenzeitlich den offiziellen Land Rover Experience und Continental Blog auf facebook an ... wir bekommen definitiv kein facebook in China :(

Aus Bishkek heraus führt eine nagelneue zweispurige Schnellstraße, wo wir ordentlich Speed machen können. Nach einigen Kilometern müssen wir auf der Schnellstraße vollbremsen und stehen bleiben, da eine ganze Horde Kühe (wie ferngesteuert) über die Straße überqueren. Die Viecher haben Null Angst vor den Autos und eilig haben sie es auch nicht.

Kurze Zeit später verlassen wir unseren Track, um die tägliche Überraschung zu suchen. Wir fahren durch kleine Dörfer und an einem ca. 1.000 Jahre altem Minarett vorbei. Da liegt zwar ein Geocache, den wir aber links liegen lassen müssen ... dafür erreichen wir etwas später unsere Überraschung: Kirgisische Reiterspiele/kämpfe.


Eine Mischung aus akrobatischem Reiten, Freistilringen auf Pferden und dem traditionellen "Ziegen-Polo". Um hier keinen Disput unter Tierschützern und den Reitern zu entfachen sei gesagt, dass es sich lediglich um ein gefülltes Ziegenfell handelt.
Beim "Polo" geht es richtig zur Sache und auch die Pferde machen richtig heftig mit. Das Ganze war sehr beeindruckend, da hier Mensch und Pferd eine perfekte Einheit bilden müssen, um bei diesem rauhen Spiel bestehen zu können.

Nch der ganzen Aktion machen Harald und ich einen kleinen Fotoshoot mit Craig, der wieder mal etwas aussergewöhnliches gefunden hat. Eine Frau pflückt irgendetwas auf einem Feld. Craig organisiert einen Eimer Erdbeeren - total süß & lecker!!! Dann schnell noch ein paar Fotos und wieder schnell zum Konvoi aufschließen. Es gibt auf der Fahrt durch die Berge auch ein paar Radarfallen und ein paar milde Gaben werden an die Polizisten gezahlt ;)


Schnell noch ein paar Filmszenen für dmax in den Kasten bringen und danach einmal mehr tanken. Wir machen nicht allzu viele Kilometer, dafür aber jede Menge Höhenmeter. Wie kommen dem Himalaya deutlich näher und wir dürfen einen beeindruckenden Blick auf unseren ersten 7.000er werfen.

Auf dem Rest der Strecke wurden wir vom Rüttelasphalt nicht gerade verwöhnt. Es ging wieder über einen 3.000er Pass auf die nächste Hochebene mit 2.200-2.400m. Zwischendrinnen immer wieder Foto- & Pippi-Pausen, wo uns chinesische und kirgisische LKWs mit Staub panieren.

Beim Aufstieg zum Yurtencamp (3.070m) sehen wir die ersten Yaks. Die urigen Bergbewohner lassen sich von uns nicht stören und grasen ruhig weiter. Unmittelbar in der Nähe des Camps befindet sich eine ca. 1.000 Jahre alte Karavanserei (Retaurant/Motel der Antike), das wir mit dem Filmteam erforschen. Es ist steinzeitlich wie die Handelstreibenden damals nächtigen mussten.


Im Yurtencamp wurden wir sehr lecker versorgt. Brot, Suppe, Hauptgericht Lagman (oder so ähnlich) und einen gesunden Gemüsenachtisch. Dosenbier, Tee und ein Wodka rundeten das Essen ab.


Pierre (unser Continental/motor-talk Profifotograf) steigt mit mir mitten in der stockdunklen Nacht noch auf ca. 3.200m hoch, um die klare Vollmondnacht für ein paar geniale Fotos zu nutzen. Wir finden einige Dachsbauten beim Auf- & Abstieg, aber es will uns kein anderer Nachtschwärmer erscheinen.


Die Temperatur ist mittlerweile auf den Gefrierpunkt gefallen. Im Yurtencamp wurden mittlerweile die einzelnen Yurten mit Bolleröfen vorgeheizt. Doch die Temperaturen fallen weiter bis auf -8 Grad und der Ofen ging im Laufe der Nacht aus ... und gegen 2 Uhr wache ich das erste Mal fröstelnd auf, da ich meinen Schlafsack aufgrund der vorherigen Wärme nicht komplett geschlossen hatte. Das hat sich nun gerächt, da meine Schultern fast eingefroren waren. Kurz alles frostfest gemacht und weiter auf dem Brett äääh Bett geschlummert. Allerdings in Etappen, da nun meine Nase dicht war.
Das Schlafen und atmen auf dieser Höhe geht gut, aber die Pumpe hat schon einen halben Gang zugelegt. Das Wecken um 4 Uhr ist kein Problem, da ich mal wieder 15min früher wach bin ... natürlich putzmunter und "ausgeschlafen". Ein kurzes Frühstück (trockenes Brot und Tee) ... mehr im nächsten Blog


Tag 4 - Bishkek Stadterkundung

Vorab muss man sagen, dass Kirgisistan vorwiegend aus Bergen und Hochebenen besteht und das Bishkek mit ca. 800m üNN schon recht hoch liegt.
Bilder folgen später unser Internet zickt ...

Das Wetter hat uns allerdings schon am Morgen positiv überrascht, da es mit strahlendem Sonnenschein und hohen zwanziger Werten gegen 9 Uhr geweckt hat.



Heute ging es mit Großraumtaxis in die Innenstadt. Unser Guide Mirlan kennt sich sehr gut mit der Landesgeschichte und den Örtlichkeiten aus. Wir sehen einge Sehenswürdigkeiten, einen Künstlermarkt und wir gehen auch in ein recht modernes Kaufhaus. Allerdings ist das Plagiatsvernot in Kirgisistan noch nicht vorhanden und so werden dort fast originalen Sachen zu tollen Preisen angeboten ... und auch (wahrscheinlich) originale Sachen zu nicht so günstigen Preisen.



Anschließend wurde richtig lecker kirgisisch zu Mittag gegessen. Das war ein kulinarisches Erlebnis, das ich nicht erwartet hatte. Mein Auge hatte schon beim Vorgericht eigentlich "nein" gesagt, aber aus Anstand habe ich dann doch probiert und ... lecker aufgegessen! Die Hauptspeise war ebenso ein leckerer Volltreffer, obwohl die Augen und der Verstand beim Anblick der Schale ganz klar die Essenaufnahme verweigern wollten. Aber auf hier wurde kein Rest in der Schale gelassen und ich war froh, dass man als Gast probieren "muss"!

Gut gefüllt brachten uns neue Taxis in den zweitgrößten Basar von Bishkek. ... oha, wie groß ist dann wohl der Größte??? Ein riesiger Basar mit hunderten kleinen Geschäften, die vorrangig in halben, ausgemusterten Überseekontainern untergebracht sind, empfing uns, obwohl schon seit 15 min offiziell Verkaufsschluss war.





Wir machten ein paar Shots für das dmax Team und kauften noch ein paar super günstige Notwendigkeiten. Danach ging es zu Fuß zurück ins Hotel. Im Hotel wurden wir ebenfalls sehr lecker in drei Gängen versorgt und wir feierten den Abschied mit unseren Journalisten, die uns morgen nicht mehr begleiten werden.

Morgen kommen die neuen Journalisten recht früh am Flughafen an und wir werden dann zügig Richtung China aufbrechen! Vor der Grenze werden wir noch eine Nacht in einem Yurtencamp verbringen bevor wir endlich nach China weiterreisen.

In China werden wir zwar gelegentlich Internetverbindungen haben, aber aufgrund der strikten Zensur kann ich diesen blog wahrscheinlich erst wieder in Kathmandu aktualisieren.

Bis dahin werden wahrscheinlich 10-12 Tage vergehen ... ich werde allerdings versuchen früher ein paar blogs zu veröffentlichen. 







Sonntag, 15. September 2013

Tag 2 - Ferghana nach Kirgisistan (Tag 20 total)

Um 03:30 klingelt der Wecker und in 30min soll die Karawane rollen.
Gegen 04:10 sind wir tatsächlich schon unterwegs und wir fahren Richtung Kirgisistan.
Unterwegs werden wir zweimal von regulären Streckenposten kontrolliert und wir passieren gegen 06:00 einen Viehmarkt. Die Sonne geht langsam auf und im Gegensatz zu gestern ist der Himmel komplett bedeckt.



06:30 erreichen wir die usbeksich/kirgisische Grenze. Es sind nur einige LKWs vor uns und unser Guide Dima organisiert es so, dass wir um 07:00 als erstes durch die Grenzkontrollen fahren dürfen.
Allerdings dürfen immer nur 4 Fahrzeuge gleichzeitig in den Grenzbereich hineinfahren. Hinter uns wird die Grenze wieder verschlossen und die nächsten 90min benötigen wir für alle behördlichen Schritte, um Usbekistan verlassen zu dürfen.

Auf der kirgisischen Seite flutscht es dann wie geschmiert ... keine 15min für 8Personen mit 4 Fahrzeugen!
Auf beiden Seiten waren die Zöllner (und eine usbekische Zöllnerin) sehr nett und hilfsbereit!
Da wir in der ersten "Charge" waren, dürfen/müssen wir jetzt noch ca. 3h auf den Rest der Truppe warten ...
Dima hat an der usbekischen Grenze unser Team verlassen und unser neuer Guide Mirlan empfängt uns in gutem Deutsch sehr freundlich in Kirgisistan.

Die anschließende Tour führt uns über Asphalt durch Osh. Dort erleben wir indischen Straßenverkehr ... jedenfalls wie man es aus dem TV kennt. Absolut durchgeknallt!!! Es gibt Ampeln und Zeichen, aber die sind nur stumme Statisten im Chaos. Freistilfahren und den Weg frei hupen ist hier der feine Stil. Julia manövriert uns souverän durch die Automassen. 


Nach Osh wird es deutlich freier auf den Straßen und wir biegen nach einem spontanen Schrottplatz-Fotosession von der Hauptstraße ab. 


Von jetzt an fahren wir nur noch verlassene Sand-/Matschwege bis auf ca. 2.500m üNN. Auf dem Weg erleben wir unsere ersten Offroad-Sektionen wie Verschränkungen, Schlammdurchfahrten, Bachdurchquerungen und wunderschöne Bergwege, die eigentlich nur von Kühen, Ziegen und Pferde genutzt werden.


Im Camp ist es empfindlich kalt. Verglichen mit dem Vortag fehlen uns ganze 20 Grad. Gemeinsames Abendessen unter freien Himmel und anschließend Zelten bei böigem Wind. Ein toller Tag geht früh zu Ende und Dank Grenzwechsel fehlt uns heute eine weitere Stunde - Deutschland -4h.










Tag 3 - Ferghana Range nach Moldo Too

Die Nacht ist schon um 04:30 Uhr zu Ende und es werden sofort die Zelte abgebaut. Danach kurz frühstücken und die Autos bepacken bevor es auf die nächste Tagesetappe geht. Es ist immer noch 10 Grad warm und wir fahren in der totalen Dunkelheit einen engen Kuhpass den Berg herab. An einer Abzweigung wählen wir die falsche Richtung und setzen zurück. Beim Einbiegen auf den richtigen Weg ist ein Absatz nicht zu erkennen und ich setze mit der linken Seite auf. Dabei fliegt uns die Plastikverplankung und der Schwellerschutz von der Hintertür ab, die Dag uns freundlicherweise zurück-  und anbringt. 

    Immer wieder Schaaaaafe ... die halten uns ein wenig auf :)

Nach der Abfahrt geht es wieder bergauf und wir klettern einen Gebirgspass bis auf knapp 3.000m hoch. Das Wetter schlägt um und wir erreichen den Gipfel bei 1 Grad und Schneefall. Zusätzlich wird die Sicht stark durch Nebel beeinträchtigt. Es geht im Schritttempo weiter und die Abfahrt wird durch Matsch und Schnee erschwert. 



Nach gut 5h Fahrzeit erreichen wir Kazarman. Die Einblicke, die uns unsere Streckenführung gewährt, sind bedrückend. Die Wohnhäuser sind verwahrlost, aber bewohnt. Die Höfe sind mit Spielplätzen ausgestattet, die in einem desolatem Zustand sind. Ein trauriger Ortsteil, der hoffentlich nicht für den ganzen Ort steht. Bemerkenswert ist allerdings, dass hier 90% aller in Deutschland ausgemusterten Audi's rumfahren ... (Abwrackprämie sei Dank!)
Wir halten trotzdem zum Essen an. Was von aussen nach einem normalen Familienhaus ausschaut, entpuppt sich als Familiengasthäuschen. Wir bekommen eine Art Tortellini-Suppe und eine deftige Zwiebel-Fleisch-Specktasche und Tee gereicht. Es schmeckt (sogar mir) sehr gut und gleich darauf geht es wieder zum Tanken. Unser Durchschnittsverbrauch liegt bei 9,6 Liter Diesel (wenn man den Fusel so nennen darf). Wenn man bedenkt, dass wir bis unter die Decke beladen sind und zusätzlich den Dachgepäckträger mit einem weiteren Reserverad und zwei vollen Dieselkanistern oben drauf als Ballast und Windfang haben, ist der Verbrauch bei den vielen Höhenmetern und Offroad-Passagen absolut in Ordnung.
In Kazarman regnet es bei 11 Grad ... und das macht den Ort auch nicht schöner. Zwei Parteien freuen sich auf jeden Fall riesig über unseren Besuch. Der Gastwirt, der uns wohl einen massiv erhöhten Preis (ca. 2,50€/Person) und der Tankwart, der noch nie sooooo viel Diesel in einen Monat verkauft hat, bekommen das Grinsen die nächsten Tage nicht mehr aus dem Gesicht :)
Dafür reißt dann auch der Himmel auf und die Sonne kommt endlich durch!
Aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse in den Bergen und der kritischen Grenzsituation in China fahren wir heute durch bis Bishkek und verlegen das Campen auf die nächsten Tage.
Doch bevor wir den Pass anfahren, führt uns ein Adler-Jäger die Fähigkeiten seines Steinadlers vor. Wir durften den Steinadler zuerst mit einem Lederhandschuh auf die Hand nehmen, bevor er ein Kaninchen aus dem Flug erlegt hat.  






Die Fahrt über den Pass geht über 3.364m und wir tasten uns langsam an die Höhen heran, wo die Höhenkrankheit eintreten kann. Alles verläuft prima. Es ist fast nichts los und wir konnten fantastische Ausblicke genießen. Ganz oben war es 0 Grad frisch und es wehte ein leichter Wind. Da oben leben tatsächlich Viehzüchter in Jurten und bleiben dort bis zum Winterbeginn. Es lag nur ein Puderzuckerschnee auf dieser Höhe, doch die umliegenden 4.000er waren schwer mit Schnee bedeckt!

    Garmin vs. Offizielle Messungen ...
    einige km später:

Die Abfahrt war aufgrund der schlechten Straßenzustände etwas abenteuerlich (fürs Auto), aber jeder Meter war ein Vergnügen mit dem Evoque. Es gab sogar eine schöne Flußdurchfahrt (a la Bolivien) und meine Pilotin Julia hat den Evoque sicher aufs rettende Ufer gebracht. 

    Kirgisischer Goldrush -> schwarzes Gold (Kohle)

Anschließend mussten wir noch auf en Rest der Gruppe warten die aus verschiedenen Gründen länger für die Passüberfahrt benötigt haben. Die abschließende Rückfahrt endete um 01:20 im Maryotel Bishkek. 
Damit waren wir über 20h unterwegs! Eine gute Generalprobe für unseren Tibet-Transfer in einigen 
Tage. Morgen ist ein Tag frei und wir sind schon gespannt was uns alles erwartet. Bis morgen, Jens

Kurze Pannenstatistik: 
2 Reifenschäden durch metallische Fremdkörper
einige kleine optische Schäden, wo Plastikblenden vom Auto gefallen sind und 
wieder angebracht werden konnten

Zwischenfazit:
Die Technik, Reifen, Beleuchtung und sämtliches Zubehör sind super robust und zuverlässig!














Tag 1 - Taschkent via Asphalt nach Ferghana

Die Nacht in Taschkent war sehr kurz. Wir haben um 02:00 Team 1 verabschiedet. Danach wurden noch ein paar klare Wässerchen als Absacker verköstigt.
Anschließend ging es gegen 03:00 auf die Zimmer ... wobei ein kleiner harter Kern noch in die Disco gegangen ist. 
08:00 Abfahrt und der erste Kontakt mit dem chaotischem 3.5 Spuren Verkehr. Vorwiegend Microcars (Smartlike) prägen das Straßenbild. Die Zwerge sind extrem sprunghaft und somit ist höchste Aufmerksamkeit gefordert, um einen ungewollten Blechkontakt zu vermeiden.
In Uzbekistan werden auch Chevrolet Autos hergestellt und somit ist das auch in Deutschland bekannte Logo häufig zu sehen.
Unsere Range Rover Evoque & Discovery werden von allen Leute groß beäugt. Die freundlichen Reaktionen sind sehr ermutigend.
Die Straßen hinter Taschkent sind gut, aber ein Flickwerk mit vielen Wellen und Schlaglöchern. Wir werden ordentlich durchgeschüttelt. 


Die heutige Fahrstrecke beträgt ca. 320km. Die mittlere Geschwindigkeit liegt bei ca. 80km/h, aber aufgrund vieler unerwarteter Manöver unser usbekischen Mitstreiter müssen wir häufig das Tempo reduzieren oder sogar komplett anhalten. Schnellstraße ist ein dehnbarer Begriff :)

Den Tourstart eröffnen Julia & Brigitte und "wir" Männer genießen die karge Natur. Immer wieder kommen uns Maultier-Lastkarren entgegen, die ein krasser Kontrast zu unseren Hightechfahrzeugen darstellen. Aber wenn Zeit eine untergeordnete Rolle spielt, dann ist jedes Transportmittel recht.

Entlang der Straße stehen jede Menge Straßenhändler mit minimalen Angeboten wie zwei/drei Colaflaschen, Obst, Melonen oder auch ein paar gefundenen Radkappen.

Wir haben ganz locker einen 2.150m Pass überquert und viele karge Landschaften gesehen ...

Besuch einer Seidenfabrik. Uns wurde der komplette Entstehungsweg vom Seidenspinnerkokon über den Faden, das Färben bis hin zum Weben & Teppichknüpfen. Die Fabrik hat automatische Webstühle und eine ganze Halle voll mit manuellen Webstühlen.




Danach weiter durch chaotischen Verkehr. 

Ankunft im Hotel Asia in Ferghana um 17:30
(Hammer Suiten - 2 Etagen!)

Frisch machen, Essen gehen und morgen früh müssen richtig früh aufstehen (04:00), da wir eine lange Wartezeit beim Ausreisen aus Usbekistan befürchten. Anschließend weiter nach Kirgisistan und zwei Nächte campen!!!

Dort werden wir wohl kein Internet haben ... so dass diese Information für die nächsten 2.5 Tage reichen muss. Ich melde mich spätestens am Montagabend wieder!


Donnerstag, 12. September 2013

Jetzt gehts los!

Wir sitzen mit Der ganzen Truppen (Teilnehmer, Mechaniker, Fotografen, Filmteam, Presse und noch mehr Leuten) am Gate und warten auf unseren Boardingaufruf. Schon witzig was alles am Check In versucht wird ... Handgepäck von über 50kg versucht eine alte Damen "durchzuschmuggeln" ... doch in Deutschland ist geht das nicht so einfach :)
Gleich gehts los und wir sind wahnsinnig aufgeregt ... Team 1 wir kommen!
Team 3 ... daran wollen wir heute noch nicht denken - in 3 Wochen sehen wir uns in Kathmandu!