Dienstag, 24. September 2013

Tag 13 - Lhasa Potala Palast (freier Tag)

Nach dem Continental Breakfast geht es um 09:00 zu Fuß zum Palast. Es sind keine 20min vom Hotel aus und wieder beeindruckt uns der Anblick des Palasts als wir zur Kontrollstelle kommen. Gestern Abend haben wir den Palast schon im Scheinwerferlicht bestaunen können. Heute regnet es win wenig, aber die Wettervorhersage behält recht und schon während des Fußmarsches hört der Regen langsam auf.
Der Palast ist von aussen schon beeindruckend, aber im Inneren wird man förmlich mit millionen Eindrücken überfüllt. Es riecht nach Räucherstäbchen und Chinesen, die den Palast überlaufen und sich durch drängeln und lautes Quatschen nicht gerade positiv bemerkbar machen.
Dieses Kapitel "Palast" könnte Bände füllen, aber ich will an dieser Stelle nicht zu viel erzählen ... Lhasa ist eine Studienreise wert.
Heute Mittag findet um 15:00 ein internationales Geocachertreffen beim Palast statt. Harald und ich werden es besuchen und wir sind gespannt ob es noch andere internationale Geocacher nach Lhasa geführt hat.
Wir treffen die Veranstalterin buzeles und noch drei weitere Cacher aus Deutschland und Tschechien. Wir unterhalten uns ein wenig und suchen noch schnell den einzigen Geocache von Lhasa.
Zum Abendessen geht es heute in die Altstadt. Danach geht es zu Fuß in ein Tibetisches Theater. Ich lasse mir dieses Festspiel entgehen und nutze die Zeit zum Ausruhen. Meine Versuche Geld mit meiner VIsakarte zu ziehen scheitern leider ... betteln ist angesagt ;)  

Tag 12 - Golmud quer durch Tibet nach Lhasa - Marathonetappe

Die Nacht endet für mich 02:10 (5min vor dem Wecker). 02:30 bereit für die Abfahrt. Dann noch 20min mit Mausi via Facetime telefoniert und kommen auch die anderen Mitstreiter aus dem Hotel. Punkt 3 sind alle fertig. 10min Formalitäten und dann rollt der Konvoi. Trotz der frühen Stunde sind verdammt viele LKW unterwegs. Nach zwei Kontrollstellen innerhalb von 30min ist danach freie Fahrt. Die Schnellstraße ist nicht sehr breit und das Passieren der entgegenkommenden LKW ist abenteuerlich, da die Jungs oft mit Fernlicht fahren und selber wenig Platz haben. Plötzlich ist die Straße zu Ende und wir biegen auf einen kernigen Offroadtrack ab, der einem PKW Transporter zum Verhängnis wird. Er steckt in einer Wasserdurchfahrt fest, da sein langer Auflieger hinten sprichwörtlich aufliegt. Die Wasserdurchfahrt stellt kein großes Problem dar, aber bei der Steilen Ausfahrt setzt ein Evoque etwas härter auf und verliert etwas Plastik. Marvin hat es bemerkt und alles ist im Lot.
Nun wird auch der Asphalt ruppiger, welliger und tückischer. Immer wieder ist die Strecke zu Ende und wir müssen uns auf den Offroadtrack an den LKWs vorbei arbeiten. Der Evoque macht einem tollen Job und die ersten 4h verfliegen förmlich und nach gut 300km von 1160km wechseln wir den Fahrer auf ca. 4.500m
Höchster Punkt war bisher 4.748m! bei -5 Grad
Harald hat nun das Steuer in der Hand. Ich schlage ein paar Mal mit dem Kopf an die Decke und wir setzen einige Male hart auf, da die Strecke jetzt richtig schlecht geworden ist. Neben den Schlaglöchern und Bodenwellen kommen nun auch kleine Pyramiden aus dem Asphalt, die den Unterbodenschutz ordentlich testen.
Am Straßenrand tauchen immer wieder Esel, Yaks und andere Tiere auf, die zum Glück die Fahrbahn meiden.
Gegen 7:30 geht dann auch die Sonne auf. Kurzer Fotostopp ... und weiter gehts. 844km to go !
08:00 wir erreichen erstmalig 4.800m! Die Sonne blendet enorm. Kurz darauf fallen auch die 4.900m und bei 4.945m ist erst einmal Schluss mit dem Aufstieg (wie gemein).
Parallel zur Straße verläuft die Eisenbahn nach Lhasa ... verrückt!!! Höher gelegen als der höchste Punkt in Europa!!!
Gegen 09:00 überqueren wir den Yangtze und kurz darauf Tankstopp. Die ewige Konstante (weißer Land Cruiser mit Seitendekor) ist auch wieder vor Ort ... Zufälle gibts ;)
Wie viele weiße Toyotas haben die bloß? Tanken, pinkeln (zum x-ten Mal heute), essen, trinken und Sauerstoffsättigung & Puls messen (75% und 60er Puls ... im Soll).
09:40 es geht weiter und noch 740km. Um 10:00 passieren wir das Tor zum Süden, das gerade im Bau ist. Die Straße ähnelt einer Dämpferteststrecke und einige Fahrzeuge heben ungewollt ab.
10:35 erste Polizeikontrolle (in Tibet?). 662km bis Lhasa.
11:45 knacken wir die 5.000m und ein echter chinesischer Defender kommt uns entgegen. Temperatur 5 Grad
Die Straße gleicht einem Minenfeld und trotzdem fliegen wir mit gut 120km/h drüber weg. Sporadisch sind Straßenarbeiter bemüht die Krater zu stopfen ... vergeblich ...
Wir fahren Highspeed-Slalom und Roland redet sich den Hals trocken, da er jede Gefahr durchgeben muss.
11:55 wir erreichen bei 5.074m die Schneegrenze ... jedenfalls liegt sporadisch Schnee rum. Die Luft wird dünner und die Motoren müssen ordentlich ackern. Aber der Vortrieb stimmt noch. Jede Menge Fahrradfahrer auf 5.1413m ... die spinnen ;)
12:05 wir machen bei 5.208m eine Foto- & Pinkelpause ... höchste Pinkelpause ever!!! Fahrerwechsel ... ich darf wieder pilotieren.
Fünf Minuten später erreichen wir die Passspitze mit 5.226m. Wir warten auf den Konvoi, machen noch mehr Fotos, essen und trinken. Die Höhenluft zerrt echt an der Kondition bzw. an der Konstitution. Wie das die Radfahrer schaffen ... ist mir ein Rätsel. Im Sitzen ist alles tutti, aber schnelles Gehen ist schon das Höchste der Aktivitäten ... das muss man selber erlebt haben ansonsten versteht man nicht wieso die Everest Bezwinger schon nach wenigen Schritten "fertig" sind. RESPEKT!
Wir fahren weiter auf einer 5.000er Hochebene. In der Ferne sehen wir eine große Schneewolke, die unseren Weg kreuzen wird. Bevor die Wolke uns den Weg verschneit passieren wir den Hügel und es fällt nur etwas Graupel auf unsere Fahrzeuge.
Yaks sind wohl die gemütlichsten Tiere der Welt. Sie bleiben einfach auf der Straße stehen uns schauen völlig entspannt die Autos an. Die Qualität der Straße wird besser und der Konvoi kann wieder geschlossen Richtung Lhasa fahren.
13:45 erreichen wir auf 4.692m eine Zollstation, die ein wenig dauert. Noch 463km zum Ziel.
Es ging recht fix, aber dafür haben wir für die nächsten 120km eine Zeitvorgabe bekommen. Zuerst waren es 2.5h ... doch unser neuer Guide Tensing hat 2h heraus gehandelt. Allerdings benötigen wir nur 1.05h ... Abwarten und Tee trinken :( vielleicht kann uns Tensing noch eine halbe Stunde heraus handeln ... aber eher unwahrscheinlich. Während der Fahrt haben wir jede Menge Yaks gesehen und einen kleinen Regenschauer überstanden. Seit 15:00 stehen wir vor der Polizeistation und warten darauf, dass unsere vorgegebene Stunde verrinnt. Die Sonne knallt durch die Frontscheibe bei 12 Grad Aussentemperatur und 4.560m Höhe. Rechts von uns fließt ein schöner Gebirgsfluss. Weiter warten ... wir haben die Situation falsch bewertet und können bis zur nächsten Polizeikontrolle fahren. Danach wieder die gleichen Vorgaben. 15:45 erneuter Fahrerwechsel und Harald kann wieder den Evoque an das Feld heranführen. Ich mache liebe die Augen zu und versuche bei Rumgeschüttel ein wenig zu schlafen ... es bleibt beim Versuch. 17:25 wir stehen wieder vor der nächsten Polizeistation und warten, dass die zwei Stunden rum sind. 15 min später rollen wir weiter. In der Zwischenzeit haben wirklich alle Vierbeiner der Region versucht den metallischen Freitod auf der Straße zu finden. Wir fahren vorsichtig und verwehren den Viechern ihren Wunsch. Wir befinden uns im Schnitt auf 4.700m bei ca. 8 Grad. Die Bewölkung nimmt stark zu und auf unserer rechten Seite verschwinden die Hügel im Wolkennebel. Die Autos laufen prima. Allerdings ziehen die 13er Modelle erst ab 2.200 U/min. Davor passiert im wahrsten Sinne des Wortes nichts. Die Höhe macht also nicht nur uns (besonders unserem Entertainer, der Sauerstoff bekommt), sondern auch die Autos kämpfen mit der dünnen Luft.
17:42 nächstes Teilstück zum Glück - 80km in 68min
17:05 eine weitere Polizeistation, die unsere Pässe erneut prüfen :) 10min später dürfen wir weiterfahren - natürlich sind alle Pässe (immer noch) in Ordnung.
18:50 endlich finden wir eine Tankstelle und das Tanken kann beginnen. Die Damen an den Zapfsäule sind total von uns begeistert ... Lange Nasen sind hier etwas aussergewöhnliches. Die restliche Strecke fahre ich in die Dunkelheit. Die Yaks lieben das Straßenkreuzen auch in der Dunkelheit und beinahe alle Fahrzeuge fahren ohne Licht. Man macht uns auch immer mit Aufblinken darauf aufmerksam, dass wir unser Licht anhaben ... und es offensichtlich ausmachen sollen. 
20:10 wir stehen wieder vor einer Polizeistation ... natürlich viel zu früh, da wir auf den nahezu freien Straßen ordentlich fahren können. Es fehlen uns nur noch 89.3km bis zum Hotel in Lhasa ... und wir sind zum Warten verdammt ...
Unterwegs haben wir auf einige Buddhistische Pilger, die Holzplatten an den Händen tragen und nach ein/zwei Schritten zu Boden gleiten. Dann stehen sie wieder auf und auf ein Neues ... das ist wirklich krass.
20:18 wir rollen zur Polizeikontrolle. Hoffentlich dürfen wir jetzt durchfahren ... 20:20 es gibt keine wirkliche Vorgabe für die verbleibenden 89km nach Lhasa (Innenstadt). Es ist mittlerweile dunkel geworden und der Wind hat zugenommen. Das goldbraune Laub fällt massenhaft auf die Straße und man muss sehr konzentriert sein, damit man die Tiere und Menschen am Straßenrand immer im Auge hat. Am Himmel zucken die ersten Blitze. Es ist ein gewaltiges Schauspiel in den Bergen. Wir überholen in der kurvigen Abfahrt einige Fahrzeuge und laufen letztendlich auf ein Polizeifahrzeug auf. Glücklicherweise fährt der Polizist auch schneller als es erlaubt ist und wir hängen uns an ihm ran. Kurz vor Lhasa ist dann die letzte offizielle Polizeikontrolle unserer Pässe und dann geht es hinein in das pulsierende Stadtleben. Es stehen noch ca. 19km auf dem Navigationsgerät, doch die Vororte beginnen schon hier und somit auch die mehrspurigen Fahrbahnen ... und natürlich auch mehr Fahrkünstler. Wie schon in den vorherigen Ländern gewinnt hier nur der Konsequentere. Der Konvoi quält sich durch die Vororte bis in die Innenstadt. Plötzlich heißt es rechts heran fahren. Nirgendwo ist ein Hotel zu sehen. Doch wir sollen alles auspacken und in einen kleinen Souvenirshop gehen. Man führt uns durch den Shop hindurch und dann durch eine weitere kleine Tür, wo tatsächlich der Hotelname steht ... wie soll man das von aussen erkennen???
Wir bekommen unsere Zimmer und erfahren, dass dieses Gebäude einst eine Residenz des Dalai Lama gewesen ist. Das Hotel ist urtypisch tibetisch und die Zimmer sind ebenfalls traditionell. Wir werden hier 3 Nächte bleiben. In der wichtigsten Stadt der Buddhisten - in Lhasa.

Sonntag, 22. September 2013

Tag 11 - Golmud - freier Tag

Da wir morgen sehr früh (gegen 03:00) aufbrechen werden, dürfen wir uns heute ein wenig entspannen. Naja, nicht 100%ig, da wir noch die Autos checken müssen und auch ein paar Drehs für dmax anstehen.
Nachmittags müssen wir uns irgendwie mit Trinken und Essen ausstatten, da Tag 12 bis zu 19h Fahrzeit bedeuten kann! Es hängt sehr von den Grenzern, dem Verkehr und unserer Höhenverträglichkeit ab, da wir gleich 4x weit über 5.000m kommen werden. Das ist für einen Küstenbewohner 50.000x höher als ein Deich ... und somit eine unvorstellbare Höhe.
Wir wissen noch nicht ob wir die nächsten 3 Tage Internet im Hotel haben werden ... aber Tag 11 (morgen) ist definitiv Funkstille.
Jetzt geht es ab zum Dreh. Im November wird dmax die dreiteilige Doku zur Seidenstraßen Tour senden.

immer schön kopieren ... aber Yamaha & Kawasaki = Yamasaki???

Tag 10 - Huatugouzhen via Asphalt nach Golmud

Es sollte eine unspektakuläre Etappe werden, denn die ca. 550km waren zu 95% guter Asphalt. Doch schon nach dem Ortsausgang gab es das erste Problem. Ein Tieflader versperrte die Strecke, da er seinen Hänger rangieren aufgesetzt hat. Dag und die Crew packten ein paar Randsteine unter die Räder der Zugmaschine und schon konnte sich das Gespann wieder befreien.
Danach kamen einige km Schotter bevor wir wieder den guten chinesischen Asphalt genießen durften.
Allerdings führten die nächsten km durch Industrieland ... und die Öl-&Mineralindustrie nimmt keine Rücksicht auf die schöne Natur. Großflächig wurde ein Teil der Hochebene plattgemacht. Es ist sehr bedrückend :(

Als wir das Gebiet verlassen haben treffen wir wieder auf die fast intakte Natur. Dreck liegt natürlich überall herum, aber die Landschaft sieht beeindruckend aus. Von Steppe zur Hochwüste sind es einige km und die Wüste nimmt auch langsam die Berge in Besitz.
Wir parken auf einer großen Sandebene und frühstücken gemeinsam.


Die weitere Fahrt ist ermüdend, da die Strecke nahezu gerade aus geht und nicht so viel Verkehr herrscht. Doch dann sehen wir einen PKW neben der erhöhten Fahrbahn. Wir sperren die Schnellstraße und winchen den Kleinwagen wieder auf die Straße zurück. Der Fahrer ist eingeschlafen und hatte Glück im Unglück. Sein Auto hat lediglich Plastikschäden erlitten und er konnte anschließend seine Reise fortsetzen.


In Golmud beziehen wir ein schickes Hotel, wo viele Erlkönige auf dem Hof stehen. Die Chinesen testen in der Höhenluft ihre Fahrzeugen und wir konnten Audi, VW und ein paar asiatische Modelle entdecken.

    ... z.B. ein Audi A3 Stufenheck 3.5 TFSI ... nur einer von vielen Erlkönigen ...


Nach dem Abendessen gehen wir Bowling spielen (schwerste Kugel -13lbs ... viel zu klein). Dort treffen wir zwei chinesische Audi Testfahrer, mit denen wir den Abend lustig verbrachten - beide sprechen sehr gut Deutsch und sie gaben uns gute Tipps für das nächste Abendessen.
Morgen ist ein Tag frei, aber wir haben ein paar Dreharbeiten zu erledigen. Und die Autos müssen ebenfalls für die nächste Höhenetappe vorbereitet werden.

Tag 9 - Qiemo via Asphalt und kurzem Wüstenausflug nach Huatugouzhen

Heute sollte es um 8:30 losgehen, aber das Hotel serviert das Frühstück erst ab 8:30 und es gibt zusätzlich Unstimmigkeiten mit den zurückgegebenen Zimmerschlüsseln/-karten. Somit ist die Abfahrt erst eine knappe Stunde später. In der Zwischenzeit wurden wir von anderen chinesischen Hotelgästen beäugt und befragt. Erstaunlich wie gut einige Chinesen Englisch sprechen.
Zusätzlich versammelten sich auch unsere unsichtbaren Schutzengel.
Die Tour geht weiter Richtung Osten TIEF nach China hinein. Die Siedlungen werden immer seltener und kleiner. Mitten in der Wüste kommt ein Schotterweg von rechts und wir wittern sandigen Fahrspaß. Nach einigen Kilometern erstrecken sich wunderschöne Sandfelder, wo auch schon ein Evoque ( natürlich mit Absicht) feststeckt. 


Wir dürfen den Evoque freischaufeln und gleich darauf steckt er wieder fest. Der Sand ist sehr weich und mit vereinter Kraft schieben wir den Evoque wieder auf sicheres Terrain. Kurz darauf steckt der nächste Evoque fest, den wir mit dem Discovery freiziehen wollen. Aber auch hier können wir im dritten Anlauf mit vereinten Kräften den Evoque freischieben.
Dann geht es wieder zurück auf die Asphaltstrecke und weiter nach Osten.
Wir fahren im Wüstengebiet sehr brav weiter und machen spontan eine Pinkelpause. Es hält ein ex-Militärmotorrad mit geschlossenem Seitenwagen neben uns. Die Jungs sind dick bekleidet ... wir haben ja nur 36 Grad! Auf dem Windschild klebt das DAKAR Logo! Der Junge weiß was gut ist ;) 


Sie unterhalten sich mit uns und machen natürlich Fotos von uns und wir von ihnen. Dann fahren Sie winkend weiter. Wir fahren auch weiter und etwas später kommt uns ein Pritschenwagen entgegen, der Schafe in einem offenen Käfig transportiert. Ein Schaf hat erfolglos mit einem Sprung über den Käfigrand versucht dem Schlachterschicksal zu entkommen. Es ist mit beiden Läufen am Rand hängen geblieben und hing jetzt während der Fahrt leblos kopfüber außen am Käfig.
Bei einem kurzen Shoppingstopp an einer Tankstelle kommt ein weiterer Pritschenwagen vorbei, der einen Esel (stehend) wie ein Paket auf der Pritsche vertäut hat. Beim Vorbeifahren fängt der Esel an zu koten, was das Gesamtbild sehr lustig abrundete. Von beiden tierischen Vorfällen haben wir leider keine Fotos machen können, da sie total unerwartet auftraten.
Auf dem Weg zum Pass (ca. 3.200m) müssen wir einige gewagte Überholmanöver ausführen. Und bei ca. 3.000m sehen wir einen abgestürzten LKW, wo noch eine Person drinnen herumklettert.
Unser Doc dreht mit ein paar Helfern um. Zum Glück ist der Fahrer soweit in Ordnung und er hat schon selber Hilfe angefordert. Der Rest hält an einem (nennen wir es einfach) Rastplatz mit dem schönsten Ausblick aller Zeiten - direkt auf eine fantastische Hochebene. Kurz wieder pinkeln ... der geringe Luftdruck treibt einem das Wasser aus dem Körper ...


Nach der Passhöhe tanken wir auf der höchsten Tankstelle (zumindest für mich) auf über 3.000m.
Der Ausblick auf die Zementfelder ist gespenstisch ... es sieht aus wie bei Mad Max (falls ihr den Film nicht kennt ... sehenswert).


Die bisher recht gute Straße findet ein jähes Ende und wir quälen uns mit den völlig überladenen LKWs über die holprige Schotterstrecke. Mittlerweile versinkt die Sonne hinter einem 6.000er und die Szenerie wird gespenstisch und gefährlich. Viele LKWs, Autos und Motorräder haben kein Licht und bei der starken Staubentwicklung ist die Sicht eh saumäßig. Dabei entstehen einige brenzliche Situationen. Unsern NRJ Radio Mann (siehe Foto oben mit mir) verliert nach einem Fast-Crash den Anschluss und verirrt sich kurz vor dem Ziel in Huatugouzhen. Mit tatkräftiger Hilfe vom Marvin findet aber auch dieses verlorene Schaf seinen 
Weg zum Hotel. Das Hotel passt zum Ort ... abseits der Zivilisation entstehen seltsame Urwüchse.
Das Zimmer schaut recht ordentlich aus, aber das Bad ist unterirdisch ... wie ein Keramik-Dixi-Klo ... 
mit Dusche, aber ohne Duschwanne ... das kann morgen früh was werden.


Das Essen war klasse und zur allgemeinen Freunde gab es endlich wieder alle Fleischsorten.
Wir sind aus dem muslimisch geprägten Gebiet heraus und damit werden auch die Gesichter deutlich chinesischer.
Unser Guide ist lieber ausser Haus, da er aus Kashgar kommt (muslimisch).
Einen Knaller hat Harald noch auf Lager. Er öffnet ein gefrorenes Bier und nachdem zuerst nur 
Schaum herauskam, kippt er die Flasche und mit einem dumpfen Plopp fliegen einige 
Schaumbrocken aus der Flasche heraus und landen an der Wand, wo sie dann kleben bleiben. 
Das Ganze flog so dicht an meinen Armen vorbei, dass ich den kalten Hauch spüren konnte.
Essen war klasse und wir sind direkt ins Bett.

Tag 8 - Hotan via Asphalt nach Qiemo

Der heutige Tag war echt hartes Brot. Eine total ermüdende, gerade Strecke durch die Takla Makan Wüste. Es gab allerdings einige wenige erfrischende Höhepunkte. Zuerst entdecken wir im Dunst/Sandsmog tolle Bergmassive im Süden, die man nur sehr schlecht sehen kann. Ein tolles Naturschauspiel bietet uns eine Windhose, die sich ca. 20m über der Schnellstraße dreht. Pierre gelingt ein tolles Foto, das ich hoffentlich noch bekommen werde.

Gelegentliche Tankstopps werden für Rüstarbeiten des Filmteams und der Fotografen genutzt.


Negative Erlebnisse, aber irgendwie doch witzig, sind auch vorgekommen. Zum Beispiel fährt der gesamte Konvoi bei Kirschrot rot über eine Kreuzung in einer Siedlung und die Polizei steht direkt bei der Ampel und sagt nicht ... anschließend sperrt uns ein Polizei-Microbus die Schnellstraße indem er direkt an der Mittellinie fährt. Natürlich etwas langsamer als erlaubt. Wir quälen uns an ihm vorbei und einige überqueren dabei unweigerlich in durchgezogene Mittellinien und erneut interessiert es die. Polizei nicht ... da hätten wir also auch rechts überholen können (gehört hier zum guten Ton). Anscheinend sind alle umliegenden Polizeistationen über unseren Konvoi informiert und sie haben die Anweisung uns frei fahren zu lassen. 

Doch genau dieser Glaube soll uns noch einen Fuß stellen, denn kurz nach Mittag kommen wir an eine Polizeikontrolle und der Polizist ist dieses Mal nicht so desinteressiert wie alle Vorherigen. Er besteht darauf, dass die ersten fünf Fahrer aussteigen und Ihre Papiere mitbringen sollen. User Guide (er heißt übrigens Adiljan und sorgt unfreiwillig durchgehend für gute Stimmung mit seiner lustigen Art) versucht die Lage zu klären und es stellt sich heraus, dass die Fünf wohl deutlich zu schnell unterwegs waren - kann ja überhaupt nicht angehen!!! Es wird palavert und diskutiert ... und nach über einer Stunde harter Verhandlungen dürfen wir wieder die Reise fortsetzen ... wieso, weshalb, warum ... kann ich hier nicht sagen. Die eigentliche Strafe war jedenfalls drakonisch und nicht durch irgendwelche Gesetzbücher belegbar ;)

Wir werden eindringlich aufgefordert unsere weitere Reise mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit fortzusetzen. ... nahezu unmöglich ... die Strecke ist perfekt ausgebaut und sie geht schnuuuuuurgeradeaus. Inks und rechtsur Wüste und gelegentlich kommt ein Fahrzeug entgegen.
Nach über einer Stunde Schleichfahrt platzt uns die Geduld, da wir fast am einschlafen sind. Einige wollen sogar während der Fahrt aussteigen und schieben.

Harald nutzt bei eintönigen Fahrten sein Diensthandy zum Arbeiten und für Telefonkonferenzen ...


Wir erhöhen unsere Geschwindigkeit ein wenig und nutzen die schnellen LKW als Windschatten. Die ballern mit 90km/h die Piste herunter und werden witzigerweise nicht angehalten.
Wir erreich Qiemo bei Dunkelheit und finden mit Hilfe von ein paar Mopedfahrern unser Hotel gegen 20 Uhr. Das Essen war zwar reichhaltig, aber nicht ganz so doll wie das Essen in Hotan.
Wir sind die einzigen Gäste im Hotelrestaurant und könne ausgelassen feiern. Hier gibt es Dank Vorbestellung von der Strecke kaltes Bier und Cola!!! Sogar einige gefrorene Flaschen Bier sind dabei ...




Tag 7 - Kashgar via Asphalt nach Hotan

Da wir einen Tag früher in China eingereist sind, wird unser Fahrplan geändert und wir fahren nur nach Hotan anstelle von Mingfeng.


Die Fahrt ist wirklich unterhaltsam, da uns auf der zweispurigen Schnellstraße viele kuriose Dinge passieren. Man darf 100km/h fahren und der Teer ist in einem sehr gutem Zustand. Ca. jeden Kilometer kommt eine Geschwindigkeitskontrolle, die wir aber nicht wirklich ernst nehmen. Was aber ernst ist sind jede Menge Geisterfahrer. Überwiegend Motorräder, Dreiräder und Eselkarren, aber auch gelegentlich Autos, die die Strecke nur kurz befahren ... es ist echt der Hammer, dass es keinen Unfall gibt, aber im Chaos spielen alle Chaoten ein geordnetes Spiel!




Wir passieren einige Maut- & Polizeikontrollen und alles läuft glatt. Ein unsichtbarer Helfer scheint uns die Pforten zu öffnen ... die Geheimpolizei ist anscheinend unser bester Freund! Wer böses denkt liegt heute falsch. 

Plötzlich sieht Harald auf der rechten Seite ein festgefahrenes Fahrzeug. Neben der Straße beginnt unmittelbar die Wüste. Wir kehren um und können das Fahrzeug mit Dag's Discovery aus dem Sand retten. Die Leute machen uns klar, dass ca. 200m weiter in der Wüste ein weiteres Auto feststeckt. Dag und Marvin retten auch dieses Auto, was allerdings mehrere Versuche benötigt.



Die folgende Fahrt bis Hotan ist einigermaßen ruhig. Der Verkehr in Hotan ist erwartungsgemäß chaotisch. Die erste vernünftige Tankstelle wird von uns beglückt. Hier lernen wir zum ersten Mal unseren unsichtbaren Freund, die Geheimpolizei. Sie kommen direkt auf uns zu und machen viele Fotos von uns und den Fahrzeugen. Sie suchen das direkte Gespräch und sind offensichtlich von uns und unserem Vorhaben zufrieden. Es geht weiter! 


Aufgrund einer Straßensperre müssen wir mitten im Verkehr umdrehen und uns einen neuen Weg suchen. Wir schaffen es bis zum Hotel und gehen auswärts Essen. Auf dem Weg werden wir neugierig beobachtet und bestaunt. Alle sind friedlich und freundlich. Man winkt uns zu und möchte, dass wir bei ihnen einkehren und Essen probieren. Wir müssen leider freundlich abwinken, da wir einen Termin in einem anderen Hotel zum Abendessen haben. Dort angekommen werden wir in einen großen Raum geführt, wo auch eine chinesische Großfamilie isst und feiert. Die Kinder kommen nach einiger Zeit zu uns rüber und wollen der blonden Julia die Hand schütteln. Kichernd rennen sie davon und erzählen es gleich den Eltern. Wenig später kommen auch die ersten Erwachsenen zu uns und es wird miteinander geredet und getrunken.
Ein älterer Erwachsener hat einen Land Rover Schlüssel in der Hosentasche und Dag erkennt ihn als Erster. Damit war das Familienfest auch für uns eröffnet. Es wurde freudig gefeiert und angestoßen. Die armen Chinesen vertragen das Bier nicht so gut und schon bald ist Feierabend ;)
Auf dem Rückweg zum Hotel dürfen wir noch auf dem Festplatz dem öffentlichen Walzertanz beiwohnen. Total fremdes Erlebnis, da viele Paare zu chinesischer Musik perfekten Walzer und Wiener Walzer tanzen. Nach drei Liedern ist die Fläche leer und das Fest ist spontan zu Ende. ( sind wir schuld? )
Im Hotel gehen wir noch in die Hotelbar ... die irgendwie anders ist als europäische Hotelbars. Man muss sich einen Partyraum mieten und kann dann dort Karaoke singen oder einfach nur tanzen oder quatschen. Dazu kann man sich auch Animateure anheuern, die dann die Party in Schwung bringen.
Das war uns aber zu abgefahren und somit geht es zurück in die Lobby, wo unsere Fotografen/Reporter ihre Arbeiten zu Ende bringen. Gegen 02:00 geht es endlich ins Bett.