Sonntag, 22. September 2013

Tag 10 - Huatugouzhen via Asphalt nach Golmud

Es sollte eine unspektakuläre Etappe werden, denn die ca. 550km waren zu 95% guter Asphalt. Doch schon nach dem Ortsausgang gab es das erste Problem. Ein Tieflader versperrte die Strecke, da er seinen Hänger rangieren aufgesetzt hat. Dag und die Crew packten ein paar Randsteine unter die Räder der Zugmaschine und schon konnte sich das Gespann wieder befreien.
Danach kamen einige km Schotter bevor wir wieder den guten chinesischen Asphalt genießen durften.
Allerdings führten die nächsten km durch Industrieland ... und die Öl-&Mineralindustrie nimmt keine Rücksicht auf die schöne Natur. Großflächig wurde ein Teil der Hochebene plattgemacht. Es ist sehr bedrückend :(

Als wir das Gebiet verlassen haben treffen wir wieder auf die fast intakte Natur. Dreck liegt natürlich überall herum, aber die Landschaft sieht beeindruckend aus. Von Steppe zur Hochwüste sind es einige km und die Wüste nimmt auch langsam die Berge in Besitz.
Wir parken auf einer großen Sandebene und frühstücken gemeinsam.


Die weitere Fahrt ist ermüdend, da die Strecke nahezu gerade aus geht und nicht so viel Verkehr herrscht. Doch dann sehen wir einen PKW neben der erhöhten Fahrbahn. Wir sperren die Schnellstraße und winchen den Kleinwagen wieder auf die Straße zurück. Der Fahrer ist eingeschlafen und hatte Glück im Unglück. Sein Auto hat lediglich Plastikschäden erlitten und er konnte anschließend seine Reise fortsetzen.


In Golmud beziehen wir ein schickes Hotel, wo viele Erlkönige auf dem Hof stehen. Die Chinesen testen in der Höhenluft ihre Fahrzeugen und wir konnten Audi, VW und ein paar asiatische Modelle entdecken.

    ... z.B. ein Audi A3 Stufenheck 3.5 TFSI ... nur einer von vielen Erlkönigen ...


Nach dem Abendessen gehen wir Bowling spielen (schwerste Kugel -13lbs ... viel zu klein). Dort treffen wir zwei chinesische Audi Testfahrer, mit denen wir den Abend lustig verbrachten - beide sprechen sehr gut Deutsch und sie gaben uns gute Tipps für das nächste Abendessen.
Morgen ist ein Tag frei, aber wir haben ein paar Dreharbeiten zu erledigen. Und die Autos müssen ebenfalls für die nächste Höhenetappe vorbereitet werden.

Tag 9 - Qiemo via Asphalt und kurzem Wüstenausflug nach Huatugouzhen

Heute sollte es um 8:30 losgehen, aber das Hotel serviert das Frühstück erst ab 8:30 und es gibt zusätzlich Unstimmigkeiten mit den zurückgegebenen Zimmerschlüsseln/-karten. Somit ist die Abfahrt erst eine knappe Stunde später. In der Zwischenzeit wurden wir von anderen chinesischen Hotelgästen beäugt und befragt. Erstaunlich wie gut einige Chinesen Englisch sprechen.
Zusätzlich versammelten sich auch unsere unsichtbaren Schutzengel.
Die Tour geht weiter Richtung Osten TIEF nach China hinein. Die Siedlungen werden immer seltener und kleiner. Mitten in der Wüste kommt ein Schotterweg von rechts und wir wittern sandigen Fahrspaß. Nach einigen Kilometern erstrecken sich wunderschöne Sandfelder, wo auch schon ein Evoque ( natürlich mit Absicht) feststeckt. 


Wir dürfen den Evoque freischaufeln und gleich darauf steckt er wieder fest. Der Sand ist sehr weich und mit vereinter Kraft schieben wir den Evoque wieder auf sicheres Terrain. Kurz darauf steckt der nächste Evoque fest, den wir mit dem Discovery freiziehen wollen. Aber auch hier können wir im dritten Anlauf mit vereinten Kräften den Evoque freischieben.
Dann geht es wieder zurück auf die Asphaltstrecke und weiter nach Osten.
Wir fahren im Wüstengebiet sehr brav weiter und machen spontan eine Pinkelpause. Es hält ein ex-Militärmotorrad mit geschlossenem Seitenwagen neben uns. Die Jungs sind dick bekleidet ... wir haben ja nur 36 Grad! Auf dem Windschild klebt das DAKAR Logo! Der Junge weiß was gut ist ;) 


Sie unterhalten sich mit uns und machen natürlich Fotos von uns und wir von ihnen. Dann fahren Sie winkend weiter. Wir fahren auch weiter und etwas später kommt uns ein Pritschenwagen entgegen, der Schafe in einem offenen Käfig transportiert. Ein Schaf hat erfolglos mit einem Sprung über den Käfigrand versucht dem Schlachterschicksal zu entkommen. Es ist mit beiden Läufen am Rand hängen geblieben und hing jetzt während der Fahrt leblos kopfüber außen am Käfig.
Bei einem kurzen Shoppingstopp an einer Tankstelle kommt ein weiterer Pritschenwagen vorbei, der einen Esel (stehend) wie ein Paket auf der Pritsche vertäut hat. Beim Vorbeifahren fängt der Esel an zu koten, was das Gesamtbild sehr lustig abrundete. Von beiden tierischen Vorfällen haben wir leider keine Fotos machen können, da sie total unerwartet auftraten.
Auf dem Weg zum Pass (ca. 3.200m) müssen wir einige gewagte Überholmanöver ausführen. Und bei ca. 3.000m sehen wir einen abgestürzten LKW, wo noch eine Person drinnen herumklettert.
Unser Doc dreht mit ein paar Helfern um. Zum Glück ist der Fahrer soweit in Ordnung und er hat schon selber Hilfe angefordert. Der Rest hält an einem (nennen wir es einfach) Rastplatz mit dem schönsten Ausblick aller Zeiten - direkt auf eine fantastische Hochebene. Kurz wieder pinkeln ... der geringe Luftdruck treibt einem das Wasser aus dem Körper ...


Nach der Passhöhe tanken wir auf der höchsten Tankstelle (zumindest für mich) auf über 3.000m.
Der Ausblick auf die Zementfelder ist gespenstisch ... es sieht aus wie bei Mad Max (falls ihr den Film nicht kennt ... sehenswert).


Die bisher recht gute Straße findet ein jähes Ende und wir quälen uns mit den völlig überladenen LKWs über die holprige Schotterstrecke. Mittlerweile versinkt die Sonne hinter einem 6.000er und die Szenerie wird gespenstisch und gefährlich. Viele LKWs, Autos und Motorräder haben kein Licht und bei der starken Staubentwicklung ist die Sicht eh saumäßig. Dabei entstehen einige brenzliche Situationen. Unsern NRJ Radio Mann (siehe Foto oben mit mir) verliert nach einem Fast-Crash den Anschluss und verirrt sich kurz vor dem Ziel in Huatugouzhen. Mit tatkräftiger Hilfe vom Marvin findet aber auch dieses verlorene Schaf seinen 
Weg zum Hotel. Das Hotel passt zum Ort ... abseits der Zivilisation entstehen seltsame Urwüchse.
Das Zimmer schaut recht ordentlich aus, aber das Bad ist unterirdisch ... wie ein Keramik-Dixi-Klo ... 
mit Dusche, aber ohne Duschwanne ... das kann morgen früh was werden.


Das Essen war klasse und zur allgemeinen Freunde gab es endlich wieder alle Fleischsorten.
Wir sind aus dem muslimisch geprägten Gebiet heraus und damit werden auch die Gesichter deutlich chinesischer.
Unser Guide ist lieber ausser Haus, da er aus Kashgar kommt (muslimisch).
Einen Knaller hat Harald noch auf Lager. Er öffnet ein gefrorenes Bier und nachdem zuerst nur 
Schaum herauskam, kippt er die Flasche und mit einem dumpfen Plopp fliegen einige 
Schaumbrocken aus der Flasche heraus und landen an der Wand, wo sie dann kleben bleiben. 
Das Ganze flog so dicht an meinen Armen vorbei, dass ich den kalten Hauch spüren konnte.
Essen war klasse und wir sind direkt ins Bett.

Tag 8 - Hotan via Asphalt nach Qiemo

Der heutige Tag war echt hartes Brot. Eine total ermüdende, gerade Strecke durch die Takla Makan Wüste. Es gab allerdings einige wenige erfrischende Höhepunkte. Zuerst entdecken wir im Dunst/Sandsmog tolle Bergmassive im Süden, die man nur sehr schlecht sehen kann. Ein tolles Naturschauspiel bietet uns eine Windhose, die sich ca. 20m über der Schnellstraße dreht. Pierre gelingt ein tolles Foto, das ich hoffentlich noch bekommen werde.

Gelegentliche Tankstopps werden für Rüstarbeiten des Filmteams und der Fotografen genutzt.


Negative Erlebnisse, aber irgendwie doch witzig, sind auch vorgekommen. Zum Beispiel fährt der gesamte Konvoi bei Kirschrot rot über eine Kreuzung in einer Siedlung und die Polizei steht direkt bei der Ampel und sagt nicht ... anschließend sperrt uns ein Polizei-Microbus die Schnellstraße indem er direkt an der Mittellinie fährt. Natürlich etwas langsamer als erlaubt. Wir quälen uns an ihm vorbei und einige überqueren dabei unweigerlich in durchgezogene Mittellinien und erneut interessiert es die. Polizei nicht ... da hätten wir also auch rechts überholen können (gehört hier zum guten Ton). Anscheinend sind alle umliegenden Polizeistationen über unseren Konvoi informiert und sie haben die Anweisung uns frei fahren zu lassen. 

Doch genau dieser Glaube soll uns noch einen Fuß stellen, denn kurz nach Mittag kommen wir an eine Polizeikontrolle und der Polizist ist dieses Mal nicht so desinteressiert wie alle Vorherigen. Er besteht darauf, dass die ersten fünf Fahrer aussteigen und Ihre Papiere mitbringen sollen. User Guide (er heißt übrigens Adiljan und sorgt unfreiwillig durchgehend für gute Stimmung mit seiner lustigen Art) versucht die Lage zu klären und es stellt sich heraus, dass die Fünf wohl deutlich zu schnell unterwegs waren - kann ja überhaupt nicht angehen!!! Es wird palavert und diskutiert ... und nach über einer Stunde harter Verhandlungen dürfen wir wieder die Reise fortsetzen ... wieso, weshalb, warum ... kann ich hier nicht sagen. Die eigentliche Strafe war jedenfalls drakonisch und nicht durch irgendwelche Gesetzbücher belegbar ;)

Wir werden eindringlich aufgefordert unsere weitere Reise mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit fortzusetzen. ... nahezu unmöglich ... die Strecke ist perfekt ausgebaut und sie geht schnuuuuuurgeradeaus. Inks und rechtsur Wüste und gelegentlich kommt ein Fahrzeug entgegen.
Nach über einer Stunde Schleichfahrt platzt uns die Geduld, da wir fast am einschlafen sind. Einige wollen sogar während der Fahrt aussteigen und schieben.

Harald nutzt bei eintönigen Fahrten sein Diensthandy zum Arbeiten und für Telefonkonferenzen ...


Wir erhöhen unsere Geschwindigkeit ein wenig und nutzen die schnellen LKW als Windschatten. Die ballern mit 90km/h die Piste herunter und werden witzigerweise nicht angehalten.
Wir erreich Qiemo bei Dunkelheit und finden mit Hilfe von ein paar Mopedfahrern unser Hotel gegen 20 Uhr. Das Essen war zwar reichhaltig, aber nicht ganz so doll wie das Essen in Hotan.
Wir sind die einzigen Gäste im Hotelrestaurant und könne ausgelassen feiern. Hier gibt es Dank Vorbestellung von der Strecke kaltes Bier und Cola!!! Sogar einige gefrorene Flaschen Bier sind dabei ...




Tag 7 - Kashgar via Asphalt nach Hotan

Da wir einen Tag früher in China eingereist sind, wird unser Fahrplan geändert und wir fahren nur nach Hotan anstelle von Mingfeng.


Die Fahrt ist wirklich unterhaltsam, da uns auf der zweispurigen Schnellstraße viele kuriose Dinge passieren. Man darf 100km/h fahren und der Teer ist in einem sehr gutem Zustand. Ca. jeden Kilometer kommt eine Geschwindigkeitskontrolle, die wir aber nicht wirklich ernst nehmen. Was aber ernst ist sind jede Menge Geisterfahrer. Überwiegend Motorräder, Dreiräder und Eselkarren, aber auch gelegentlich Autos, die die Strecke nur kurz befahren ... es ist echt der Hammer, dass es keinen Unfall gibt, aber im Chaos spielen alle Chaoten ein geordnetes Spiel!




Wir passieren einige Maut- & Polizeikontrollen und alles läuft glatt. Ein unsichtbarer Helfer scheint uns die Pforten zu öffnen ... die Geheimpolizei ist anscheinend unser bester Freund! Wer böses denkt liegt heute falsch. 

Plötzlich sieht Harald auf der rechten Seite ein festgefahrenes Fahrzeug. Neben der Straße beginnt unmittelbar die Wüste. Wir kehren um und können das Fahrzeug mit Dag's Discovery aus dem Sand retten. Die Leute machen uns klar, dass ca. 200m weiter in der Wüste ein weiteres Auto feststeckt. Dag und Marvin retten auch dieses Auto, was allerdings mehrere Versuche benötigt.



Die folgende Fahrt bis Hotan ist einigermaßen ruhig. Der Verkehr in Hotan ist erwartungsgemäß chaotisch. Die erste vernünftige Tankstelle wird von uns beglückt. Hier lernen wir zum ersten Mal unseren unsichtbaren Freund, die Geheimpolizei. Sie kommen direkt auf uns zu und machen viele Fotos von uns und den Fahrzeugen. Sie suchen das direkte Gespräch und sind offensichtlich von uns und unserem Vorhaben zufrieden. Es geht weiter! 


Aufgrund einer Straßensperre müssen wir mitten im Verkehr umdrehen und uns einen neuen Weg suchen. Wir schaffen es bis zum Hotel und gehen auswärts Essen. Auf dem Weg werden wir neugierig beobachtet und bestaunt. Alle sind friedlich und freundlich. Man winkt uns zu und möchte, dass wir bei ihnen einkehren und Essen probieren. Wir müssen leider freundlich abwinken, da wir einen Termin in einem anderen Hotel zum Abendessen haben. Dort angekommen werden wir in einen großen Raum geführt, wo auch eine chinesische Großfamilie isst und feiert. Die Kinder kommen nach einiger Zeit zu uns rüber und wollen der blonden Julia die Hand schütteln. Kichernd rennen sie davon und erzählen es gleich den Eltern. Wenig später kommen auch die ersten Erwachsenen zu uns und es wird miteinander geredet und getrunken.
Ein älterer Erwachsener hat einen Land Rover Schlüssel in der Hosentasche und Dag erkennt ihn als Erster. Damit war das Familienfest auch für uns eröffnet. Es wurde freudig gefeiert und angestoßen. Die armen Chinesen vertragen das Bier nicht so gut und schon bald ist Feierabend ;)
Auf dem Rückweg zum Hotel dürfen wir noch auf dem Festplatz dem öffentlichen Walzertanz beiwohnen. Total fremdes Erlebnis, da viele Paare zu chinesischer Musik perfekten Walzer und Wiener Walzer tanzen. Nach drei Liedern ist die Fläche leer und das Fest ist spontan zu Ende. ( sind wir schuld? )
Im Hotel gehen wir noch in die Hotelbar ... die irgendwie anders ist als europäische Hotelbars. Man muss sich einen Partyraum mieten und kann dann dort Karaoke singen oder einfach nur tanzen oder quatschen. Dazu kann man sich auch Animateure anheuern, die dann die Party in Schwung bringen.
Das war uns aber zu abgefahren und somit geht es zurück in die Lobby, wo unsere Fotografen/Reporter ihre Arbeiten zu Ende bringen. Gegen 02:00 geht es endlich ins Bett.


Tag 6 - Yurtencamp - Chinesische Grenze - Kashgar

Um 4:45 startet die Karawane in die dunkle Nacht. Es ist schon heftig, dass wir einen Tag bei besten Sommerwetter und gleich den Tag drauf in alpiner Höhe und Minusgraden verbringen dürfen.
Auf dem Weg zur Grenze gibt es auf 3.250m eine Polizeikontrolle um 5:30 ... die haben echt nichts anderes zu tun um diese Tageszeit. Mirlan eilt nach vorne, um die Situation zu beschleunigen. Die Polizei hat einfach die Straße mit einer Schranke über die Nacht komplett gesperrt. Nach kuscheligen 45min Warten bei -4 Grad werden wir abgefertigt und wir dürfen weiter Richtung China reisen.
Alles was vorher "hoch" war wird jetzt von einer Hochebene mit über 3.550m getoppt. Sonnenaufgang auf der Hochebene um 6:50. Es ist immer noch kalt ... -5 Grad.


Traumhft schöne Seen ruhen auf der Hochebene und spiegeln die Bergmassive wieder. Leider fällt das Fotografieren aufgrund der extrem schlechten Schotter/Schlaglochstrecke sehr schwer und die meisten Bilder werden gleich wieder gelöscht :(



So, nun ist schluss mit lustig. Wir sind an einer kilometerlangen LKW Schlange vor der kirgisischen Grenze vorbeigefahren und stehen als erste PKWs direkt vor der Zollstation.
Aber das frühe Aufstehen hat sich aber nicht wirklich rentiert, da die Grenze erst um 9:00 aufmacht. Die Grenzer sind somit "not amused" als sie von uns um 7:00 Uhr geweckt werden ... kein guter Start für die bevorstehende Grenzkokntrolle.

Warten bei -5 Grad ... rumlaufen & fotografieren verboten ... keine Toiletten ... Mist.
Die Zollbeamten sind kooperativ und wir sind um ca. 7:45 mit den Formalitäten durch. Jetzt noch schnell durch die chinesische Grenze und ... denkste ... an der chinesischen Grenze erwartet und ein verschlossenes Gatter. 10min später bemerken wir das erste Lebenszeichen auf der chinesischen Seite. Auch hier hat man verständlicherweise nicht mit so früher Kundschaft gerechnet. Pässe einsammeln, abgeben und eine kleine Ewigkeit warten. Dann werden wir ohne weitere Prüfungen durchgewunken. Nach ca. 30 min Fahrt kommen wir an der zweiten chinesischen Grenzkontrolle an. Auch hier ist noch Siesta, aber zumindest ist schon der Morgenappell im Gange. ca. 30min später wurden die ausreisenden LKWs durchgelassen, die die Nacht im Niemandsland verbringen durften. Danach noch kleine Vorbereitunngsmaßnahmen und wir werden nach ca. 1 Stunde zur Fahrzeugkontrolle in Dreiergruppen vorgeladen. Es wurden die persönlichen Gepäckstücke gefordert und diese wurden durchsucht. Alles aufmachen und der Zöllner wühlt darin herum. Ein Garmin GPS haben sie noch nie gesehen und fragen ob es ein Fotoapparat ist :)

Die Kontrolle dauert pro Gruppe keine 10min und alle sind ohne große Probleme durchgekommen.
Bis zur dritten Zollstation dauert die Fahrt fast 2h und vor Ort ist natürlich Pause. Weitere zwei Stunden warten und hoffen, dass wir vor Grenzschluss aus dem Niemandsland herauskommen. Pünktlich, naja fast, laufen die Zollbeamten in Formation auf den Zollhof und sie verteilen sich auf die Büros. Wer gedacht hat, dass wir jetzt rein dürfen ... falsch ... wir müssen zurücksetzen, unser erstes Fahrzeug etwas über der Grenze stand. Danach öffnet sich plötzlich ein Tor im Wachhaus und eine Schranke mit Gitterzaun fährt aus der Wache heraus. Mist, die machen die Grenze zu, war unser erster Gedanke. Aber die Achranke entpuppt sich als Desinfektionsanlage! Wir werden hereingebeten und unsere Autos werden oberflächig eingesprüht. Danach geht es fast direkt zur Zollstation, doch ein Juniorzöllner steht im Weg und lässt uns nicht weiterfahren. Dadurch staut es sich bis in die Desinfektionsanlage. Der Juniorzöllner rennt zur Anlage, bekommt einen deftigen Einlauf und plötzlich dürfen wir weiterfahren :)
Die letzte Station ist die Personen und erneute Gepäckkontrolle (scannen). Wir bekommen Reisepapiere, einen chinesischen Führerschein und ein chinesisches Kennzeichen pro Auto.
Nach knapp 12h sind wir endlich in China und wir besetzen die erste zuTankstelle zum Tanken und Austreten. Zwischen Start 04:30 und Ankunft auf der Tankstelle gab es keine WCs oder ähnliches ... die Mädels haben tapfer durchgehalten!

Jetzt noch ca. 60km bis nach Kashgar. Wir erreichen die Stadt und es ist wieder Chaos im Verkehr. Wir kämpfen uns durch bis zum Hotel und es gibt endlich was richtiges zu Essen!!! Ende Tag 1 in China!




Montag, 16. September 2013

Tag 5 - Bishkek Richtung China mit Yurtencamp

Da wir (Teilnehmer) mit der Abfahrt aus Bishkek unseren Internetzugang verlieren und es in China aufgrund der Internetzensur sehr schwierig/fast unmöglich sein wird, diesen Blog zu pflegen, werde ich meine Blog offline schreiben und bei der nächsten Möglichkeit freizugeben.

Bitte schaut euch zwischenzeitlich den offiziellen Land Rover Experience und Continental Blog auf facebook an ... wir bekommen definitiv kein facebook in China :(

Aus Bishkek heraus führt eine nagelneue zweispurige Schnellstraße, wo wir ordentlich Speed machen können. Nach einigen Kilometern müssen wir auf der Schnellstraße vollbremsen und stehen bleiben, da eine ganze Horde Kühe (wie ferngesteuert) über die Straße überqueren. Die Viecher haben Null Angst vor den Autos und eilig haben sie es auch nicht.

Kurze Zeit später verlassen wir unseren Track, um die tägliche Überraschung zu suchen. Wir fahren durch kleine Dörfer und an einem ca. 1.000 Jahre altem Minarett vorbei. Da liegt zwar ein Geocache, den wir aber links liegen lassen müssen ... dafür erreichen wir etwas später unsere Überraschung: Kirgisische Reiterspiele/kämpfe.


Eine Mischung aus akrobatischem Reiten, Freistilringen auf Pferden und dem traditionellen "Ziegen-Polo". Um hier keinen Disput unter Tierschützern und den Reitern zu entfachen sei gesagt, dass es sich lediglich um ein gefülltes Ziegenfell handelt.
Beim "Polo" geht es richtig zur Sache und auch die Pferde machen richtig heftig mit. Das Ganze war sehr beeindruckend, da hier Mensch und Pferd eine perfekte Einheit bilden müssen, um bei diesem rauhen Spiel bestehen zu können.

Nch der ganzen Aktion machen Harald und ich einen kleinen Fotoshoot mit Craig, der wieder mal etwas aussergewöhnliches gefunden hat. Eine Frau pflückt irgendetwas auf einem Feld. Craig organisiert einen Eimer Erdbeeren - total süß & lecker!!! Dann schnell noch ein paar Fotos und wieder schnell zum Konvoi aufschließen. Es gibt auf der Fahrt durch die Berge auch ein paar Radarfallen und ein paar milde Gaben werden an die Polizisten gezahlt ;)


Schnell noch ein paar Filmszenen für dmax in den Kasten bringen und danach einmal mehr tanken. Wir machen nicht allzu viele Kilometer, dafür aber jede Menge Höhenmeter. Wie kommen dem Himalaya deutlich näher und wir dürfen einen beeindruckenden Blick auf unseren ersten 7.000er werfen.

Auf dem Rest der Strecke wurden wir vom Rüttelasphalt nicht gerade verwöhnt. Es ging wieder über einen 3.000er Pass auf die nächste Hochebene mit 2.200-2.400m. Zwischendrinnen immer wieder Foto- & Pippi-Pausen, wo uns chinesische und kirgisische LKWs mit Staub panieren.

Beim Aufstieg zum Yurtencamp (3.070m) sehen wir die ersten Yaks. Die urigen Bergbewohner lassen sich von uns nicht stören und grasen ruhig weiter. Unmittelbar in der Nähe des Camps befindet sich eine ca. 1.000 Jahre alte Karavanserei (Retaurant/Motel der Antike), das wir mit dem Filmteam erforschen. Es ist steinzeitlich wie die Handelstreibenden damals nächtigen mussten.


Im Yurtencamp wurden wir sehr lecker versorgt. Brot, Suppe, Hauptgericht Lagman (oder so ähnlich) und einen gesunden Gemüsenachtisch. Dosenbier, Tee und ein Wodka rundeten das Essen ab.


Pierre (unser Continental/motor-talk Profifotograf) steigt mit mir mitten in der stockdunklen Nacht noch auf ca. 3.200m hoch, um die klare Vollmondnacht für ein paar geniale Fotos zu nutzen. Wir finden einige Dachsbauten beim Auf- & Abstieg, aber es will uns kein anderer Nachtschwärmer erscheinen.


Die Temperatur ist mittlerweile auf den Gefrierpunkt gefallen. Im Yurtencamp wurden mittlerweile die einzelnen Yurten mit Bolleröfen vorgeheizt. Doch die Temperaturen fallen weiter bis auf -8 Grad und der Ofen ging im Laufe der Nacht aus ... und gegen 2 Uhr wache ich das erste Mal fröstelnd auf, da ich meinen Schlafsack aufgrund der vorherigen Wärme nicht komplett geschlossen hatte. Das hat sich nun gerächt, da meine Schultern fast eingefroren waren. Kurz alles frostfest gemacht und weiter auf dem Brett äääh Bett geschlummert. Allerdings in Etappen, da nun meine Nase dicht war.
Das Schlafen und atmen auf dieser Höhe geht gut, aber die Pumpe hat schon einen halben Gang zugelegt. Das Wecken um 4 Uhr ist kein Problem, da ich mal wieder 15min früher wach bin ... natürlich putzmunter und "ausgeschlafen". Ein kurzes Frühstück (trockenes Brot und Tee) ... mehr im nächsten Blog


Tag 4 - Bishkek Stadterkundung

Vorab muss man sagen, dass Kirgisistan vorwiegend aus Bergen und Hochebenen besteht und das Bishkek mit ca. 800m üNN schon recht hoch liegt.
Bilder folgen später unser Internet zickt ...

Das Wetter hat uns allerdings schon am Morgen positiv überrascht, da es mit strahlendem Sonnenschein und hohen zwanziger Werten gegen 9 Uhr geweckt hat.



Heute ging es mit Großraumtaxis in die Innenstadt. Unser Guide Mirlan kennt sich sehr gut mit der Landesgeschichte und den Örtlichkeiten aus. Wir sehen einge Sehenswürdigkeiten, einen Künstlermarkt und wir gehen auch in ein recht modernes Kaufhaus. Allerdings ist das Plagiatsvernot in Kirgisistan noch nicht vorhanden und so werden dort fast originalen Sachen zu tollen Preisen angeboten ... und auch (wahrscheinlich) originale Sachen zu nicht so günstigen Preisen.



Anschließend wurde richtig lecker kirgisisch zu Mittag gegessen. Das war ein kulinarisches Erlebnis, das ich nicht erwartet hatte. Mein Auge hatte schon beim Vorgericht eigentlich "nein" gesagt, aber aus Anstand habe ich dann doch probiert und ... lecker aufgegessen! Die Hauptspeise war ebenso ein leckerer Volltreffer, obwohl die Augen und der Verstand beim Anblick der Schale ganz klar die Essenaufnahme verweigern wollten. Aber auf hier wurde kein Rest in der Schale gelassen und ich war froh, dass man als Gast probieren "muss"!

Gut gefüllt brachten uns neue Taxis in den zweitgrößten Basar von Bishkek. ... oha, wie groß ist dann wohl der Größte??? Ein riesiger Basar mit hunderten kleinen Geschäften, die vorrangig in halben, ausgemusterten Überseekontainern untergebracht sind, empfing uns, obwohl schon seit 15 min offiziell Verkaufsschluss war.





Wir machten ein paar Shots für das dmax Team und kauften noch ein paar super günstige Notwendigkeiten. Danach ging es zu Fuß zurück ins Hotel. Im Hotel wurden wir ebenfalls sehr lecker in drei Gängen versorgt und wir feierten den Abschied mit unseren Journalisten, die uns morgen nicht mehr begleiten werden.

Morgen kommen die neuen Journalisten recht früh am Flughafen an und wir werden dann zügig Richtung China aufbrechen! Vor der Grenze werden wir noch eine Nacht in einem Yurtencamp verbringen bevor wir endlich nach China weiterreisen.

In China werden wir zwar gelegentlich Internetverbindungen haben, aber aufgrund der strikten Zensur kann ich diesen blog wahrscheinlich erst wieder in Kathmandu aktualisieren.

Bis dahin werden wahrscheinlich 10-12 Tage vergehen ... ich werde allerdings versuchen früher ein paar blogs zu veröffentlichen.